0 Kommentare
An kaum einem anderen Raum im Haus nagt der Zahn der Zeit so schnell wie am Badezimmer. Die wenigen Quadratmeter werden regelmäßig intensiv genutzt und die Luftfeuchtigkeit ist oft hoch. Vor allem beim Einzug in eine gebrauchte Immobilie wird das Badezimmer daher regelmäßig einer vollständigen Sanierung unterzogen.

Die Arbeiten sind vielfältig

Eine Komplettsanierung bedeutet in der Regel, dass eine Vielzahl von Handwerkern an den Arbeiten im Badezimmer beteiligt sind. Hierzu zählen neben dem Installateur und dem Fliesenleger auch ein Elektriker und ein Maler. Insofern ist es wichtig, sich vor der Planung des neuen Badezimmers mit den für die Sanierung anfallenden Kosten zu beschäftigen. Bei der genauen Bezifferung spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Diese reichen von der Größe des Badezimmers über dessen Schnitt bis hin zur Auswahl der Waschbecken, Armaturen, Badmöbel etc.. Diese Produkte sind jeweils in den unterschiedlichsten Qualitätsstufen und damit auch Preisklassen erhältlich. Insofern kann es im Rahmen dieses Artikels nur darum gehen, ein paar grobe Anhaltspunkte zu geben.

Eine erste Bestandsaufnahme

Zur Ermittlung der möglichen Kosten für eine Sanierung des Badezimmers ist zunächst wichtig, festzustellen, welche Arbeiten durchgeführt und welche Bestandteile neu angeschafft werden müssen. Sofern sich das Alter des Badezimmers nicht aus dem Baujahr des Hauses oder den beim Kauf der Immobilie überlassenen Unterlagen ergibt, lässt sich eine ungefähre Einschätzung oft anhand der Formen, Größen und Farben des Fliesenspiegels treffen. Ob dieser ausgetauscht werden muss hängt vor allem von Qualität und aktuellem Zustand der Fliesen selbst ab. Die Farbe spielt dabei keine Rolle, da sich in der Regel problemlos eine neue Farbschicht aus speziellem Fliesenlack auftragen lässt. In ähnlicher Weise lassen sich kleinere Beschädigungen der Sanitärkeramik meist auf einfache Weise reparieren. Insofern ist es neben Zustand des Badezimmers oft vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks, in welchem Ausmaß Arbeiten vorgenommen werden müssen.

Die Kosten der einzelnen Gewerke

Bei einer vollständigen Sanierung des Bades stellt sich zunächst die Frage, ob die Entfernung der alten Armaturen und des Fliesenspiegels selber oder durch eine Firma vorgenommen werden soll. Das Entfernen der alten Ausstattung schlägt in letzterem Fall meist mit etwa 1.200 Euro zubuche. Weiterhin entstehen Kosten für die Müllentsorgung. Diese liegen je nach Menge und regionalen Preisen zwischen 100 und 150 Euro. Im entkernten Badezimmer kommt zu Anfang meist der Elektriker zum Zuge. Das Verlegen neuer Leitungen nimmt bei einem Badezimmer mittlerer Größe etwa acht Stunden Arbeit in Anspruch. Wird hier ein Stundenlohn von 50 Euro in Anschlag gebrachten, belaufen sich die Kosten auf 400 Euro netto ohne Material. Ähnlich verhält es sich mit den Kosten für den Maler. Für Decke, Tür und gegebenenfalls das Fenster einschließlich Rahmen dürften ebenfalls acht Stunden Arbeit und damit Kosten in Höhe von etwa 400 Euro anfallen. Deutlich länger dauern die Arbeiten des Installateurs. Diese dürften sich bei einem vollständigen Austausch von Dusche bzw. Badewanne, WC und Waschbecken auf etwa 40 Stunden und damit auf eine komplette Arbeitswoche belaufen. Entsprechend entstehen bei Annahme eines Stundensatzes von 50 Euro weitere Kosten in Höhe von 2.000 Euro netto. Weitere Kosten können entstehen, wenn die Leitungen ebenfalls saniert oder zusätzlich Heizkörper ausgetauscht werden müssen. Viel Zeit benötigt meist auch der Fliesenleger. Werden sämtliche Fliesen an Boden und Wänden ausgetauscht, kommen einschließlich der Entfernung der alten Fliesen schnell 32 Arbeitsstunden zusammen. Werden auch diese mit einem Faktor von 50 Euro berechnet, entstehen Kosten von 1.600 Euro ohne Material. Insgesamt liegen die Arbeitskosten damit bei etwa 5.600 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Entsorgung der entfernten Armaturen und Fliesen.

Kosten für eine Basis-Ausstattung

Während die Kosten für die Arbeiten im Bad nicht wesentlich nach unten oder oben bewegen dürften, gibt es hinsichtlich der Ausstattung des neuen Bades beim Preis grundsätzlich keine Grenze nach oben. Die hier angegebenen Werte sind daher jeweils der Preis für eine einfache Ausstattung des Badezimmers. Für Dusche, WC und Waschbecken fallen einschließlich Armaturen in der Regel mindestens Kosten von 2.500 Euro an. Die Kosten für die Fliesen belaufen sich auf 25 Euro pro Quadratmeter. Bei einem acht Quadratmeter großen bzw. kleinen Badezimmer entstehen bei Annahme dieses Wertes Kosten von 750 Euro. Das vom Elektriker benötigte Material in Form von Kabeln, Schaltern, Steckdosen etc. dürfte mit etwa 300 Euro zu Buche schlagen. Hinzu kommen Materialkosten des Fliesenlegers in Form von Fliesenkleber, Ausgleichsmasse etc. sowie Leitungen, Schellen etc. beim Installateur. Hierfür sollten mindestens weitere 500 Euro in Anschlag gebracht werden. Die gesamten Materialkosten liegen damit bei über 4.000 Euro für eine einfache Ausführung.

Fazit

Nimmt man Arbeits- und Materialkosten zusammen, kommen für die vollständige Sanierung eines Badezimmers oft schnell bis zu 10.000 Euro und mehr zusammen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Ausstattung des Bades etwas exquisiter erfolgen soll. Werden Whirlpool sowie Dampf- und Regendusche mit Lichtspektakel eingebaut, steigen die Kosten schnell auf 30.000 Euro und mehr. Wichtig ist aber vor allem, bei allen Materialien auf eine gute Qualität und Langlebigkeit Wert zu legen, damit die nächste Sanierung des Badezimmers möglichst weit in die Zukunft verlegt werden kann.
Kommentarfunktion ist geschlossen.